sjschmidt   

Sibylle Moser

feel, listen, look, speak. think
S.J. Schmidts intermediales Embodiment

   
             
 
    Essays    
   

Transdisziplinarität: Ästhetik von Wissenschaft und Kunst

Wer die Welt mit Siegfried J. Schmidt beobachtet, findet sich unweigerlich an den Schnittstellen von Kunst und Wissenschaft, von Sinneserfahrung und Reflexion. Die ästhetischen Sonderbeobachtungen der Marke sjs demonstrieren quer durch Emergenzbereiche und Funktionssysteme das transdisziplinäre Kontinuum von Welterfahrung. Aus der Perspektive von Systemtheorie, Kybernetik und Medienepistemologie erscheint die Beziehung von Sinnen und Sozialität als komplexer Kognitions- und Kommunikationsprozess. In diesem Sinn möchte ich im Folgenden anhand der Dekonstruktion eines Stücks konkreter Poesie von Siegfried J. Schmidt vorführen[1], in welcher Weise seine Arbeit mein korporales Verständnis von Sprache, Ästhetik und Intermedialität prägt.

Der entscheidende Impuls von Siegfried J. Schmidts Arbeit besteht für mich bis heute in seinem Mut zur Transdisziplinarität . Als Querdenker, der die Komplexität nicht scheut, hat er durch die fachliche ›Undiszipliniertheit‹ seines Denkens demonstriert, wie fruchtbar es ist, die Beobachtung von ästhetischer Kommunikation mit empirischen Forschungen zum Prozess des Lebens, der Kognition und sozialer Organisation zu vermitteln. 1991 bemerkte er in einem Band zum Thema »Schriftstellerwissenschafter«, dass sein Interesse darin bestehe »Themen zu bearbeiten, die quer zu den Systemen oder durch die Systeme hindurch verlaufen« (Schmidt 1991, 26) Schmidt hat diese transdisziplinäre Ausrichtung neben seiner systemtheoretischen Integration von Natur- und Kulturwissenschaft konsequent in der wechselseitigen Reflexion von Theoriebildung und Kunstproduktion verwirklicht. Zu den Anfängen seiner konkreten Poesie meinte er: »Da es diese Art von Literatur noch nicht gab, sah ich nur die Möglichkeit, mir zur eigenen Theorie selbst die literarischen Texte zu machen.« (ebd., 24)

Ich werde in diesem Sinn anhand eines Gedichts von Siegfried J. Schmidt die vier Grundpfeiler seiner konstruktivistischen Medienkulturtheorie – Kognition, Kommunikation, Medien und Kultur – kurz skizzieren und sie im Hinblick auf die Verkörperung bzw. das Embodiment von Sprache akzentuieren. Dabei werde ich vor allem Schmidts Hinweisen auf die Körpergebundenheit der AktantInnen (vgl. Schmidt 2003, 36) sowie auf die Materialität von Medienangeboten (ebd., 34) folgen.

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Einleitung

Abschnitt 1

Abschnitt 2

Abschnitt 3

Abschnitt 4

Abschnitt 5

Abschnitt 6

Abschnitt 7

Literatur

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