sjschmidt   

Sibylle Moser
feel, listen, look, speak. think
S.J. Schmidts intermediales Embodiment
Abschnitt 1

   
             
 
    Essays    
   

Prozessualität: Verkörperung von Geschichten

Abbildung 1

Abb. 1

Entscheidend im systemtheoretischen Denken ist die Idee der Interdependenz von System und Umwelt. System und Umwelt stehen im steten Austausch miteinander und definieren sich wechselseitig (Abb. 1). In seinen jüngeren Publikationen betont Schmidt die Historizität dieses wechselseitigen Konstitutionsprozesses. Die Unterscheidung von Systemen findet in immer schon differenzierten bzw. strukturierten Umwelten statt. Setzungen haben Voraussetzungen. Der epistemische Antidualismus, der aus diesem – genuin hermeneutischen – Standpunkt resultiert, legt die Entwicklung transdisziplinärer Forschungsdesigns nahe, welche die Integration emergenter Beschreibungsebenen anstreben: »Geschichten sind Kopplungsinstrumente, Embodiment und Emergenz ...« (ebd., 57) So kann man bei poetischen Texten mit theoretischem und empirischem Gewinn die Interdependenz von Körper, Kognition und Kommunikation beobachten und wird dabei nicht selten auf systemübergreifende Dynamiken stoßen: »Wo immer etwas ›als Objekt‹ oder als was auch immer auftaucht, taucht es sozusagen an der Nabelschnur eines Prozesses auf ...« (ebd., 94) Die hermeneutische Interpretation des Systemgedankens, die Einsicht, dass sich Systeme und Umwelten durch ihre Geschichte wechselseitig definieren, wird empirisch an konkreten Prozessen wie der Sensumotorik des menschlichen Körpers, der kognitiven Entwicklung sprachlicher Abstraktionsfähigkeiten oder dem sozialem Wandel künstlerischer Ausdrucksweisen erfahr- und beobachtbar. Wie hält diese konstitutive Prozessualität von Erfahrung jedoch Einzug in die Sprache und welche Rolle spielen Medien bei der semiotischen Darstellung von Prozessen?

top

 
Einleitung

Abschnitt 1

Abschnitt 2

Abschnitt 3

Abschnitt 4

Abschnitt 5

Abschnitt 6

Abschnitt 7

Literatur

Druckversion (PDF)