Ernst von Glasersfeld

Gesellschaft als subjektive Erfahrung

   
             
 
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In den ersten Absätzen seines Beitrags zu dem Buch »Das große stille Bild« (1996, S.150-160) gibt Siegfried Schmidt eine kurze aber durchaus treffende Skizze der konstruktivistischen Position, von der aus er dann im Rest des Essays die Rolle von Bildern in der Werbung analysiert. Ich nehme seine Skizze und was er über das Sehen sagt zum Ausgangspunkt für Betrachtungen, die nicht spezifisch mit dem sozialen Phänomen der Werbung zu tun haben, sondern mit der von anderen Autoren oft betonten vermeintlichen Spaltung zwischen sozial ausgerichtetem und radikalem Konstruktivismus. Untersucht man nämlich, wie wir zu der Auffassung kommen, Bilder seien Abbilder von Dingen, die eine eigene, unabhängige Existenz haben, stößt man auf die Möglichkeit, auch das Verhältnis zwischen dem denkenden Subjekt und seiner Gesellschaft auf eine Weise zu sehen, die auch für Soziologen nicht belanglos ist.

Schmidt gehört zu den wenigen, die zwischen den beiden Richtungen des Konstruktivismus keinen notwendigen Gegensatz sehen; doch er hat des öfteren darauf hingewiesen, daß der radikale Konstruktivismus dem sozialen Element mehr Aufmerksamkeit widmen sollte. Meine Ausführungen wollen als Versuch in dieser Richtung verstanden werden.

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Abschnitt 1

Abschnitt 2

Abschnitt 3

Abschnitt 4

Abschnitt 5

Abschnitt 6

Literatur

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